Seegangsunabhängiges Ölunfallbekämpfungs-System (SOS-System)

08036/TUB: Seegangsunabhängiges Ölunfallbekämpfungs-System (SOS-System)

Mit heute verfügbaren Schiffen und Geräten ist es kaum möglich Ölteppiche, Algenteppiche oder auch kleinere Feststoffpartikel, die auf oder direkt unter der Wasseroberfläche im Meer treiben bei moderaten bis mittleren Seegängen aufzunehmen, also vom Wasser zu skimmen.

Allerdings sind diese Seegangszustände auf dem offenen Meer fast immer anzutreffen, so dass das erfolgreiche Ölskimmen mit den vorhandenen Ölunfallbekämpfungsgeräten nur sehr unzureichend bis gar nicht möglich ist.

Wissenschaftler der TU-Berlin haben daher in den vergangenen Jahren – mit Förderung des das Wirtschaftsministerium der Bundesrepublik Deutschland – ein Seegangsunabhängiges Ölunfallbekämpfungs-System mit dem Namen „SOS“ entwickelt und patentiert.

Bei diesem neuartigen System wird das Öl nicht chemisch gebunden auf dem Meeresgrund versenkt, noch wird es an der Wasseroberfläche verbrannt. Es wird vielmehr mit Hilfe des SOS-Systems eingesammelt, im Schiff vom Wasser getrennt (im sog. Moonpool) und in Tanks an Bord gelagert, während das gereinigte Wasser wieder ins Meer zurück geführt wird.

Abbildung 1: Darstellung der grundlegenden Funktionsweise des Moonpool im Testkanal der TU Berlin (Bild: TU Berlin)

Das gesammelte Öl würde mit diesem System ggf. auch als wiederverkaufbares Produkt zur Verfügung stehen.

Prinzipiell ist es auch denkbar mit diesem System auch kleinere Feststoffen wie bspw. Plastikmüll von der Wasseroberfläche zu sammeln.

Zunächst hat die NEW-LOGISTICS GmbH, später die Nachfolgegesellschaft FUTURA-SHIPS GmbH, haben diese Entwicklung seit einigen Jahren begleitet und das Kernsystem in ihr Dual-Use Konzept für Mehrweckschiffe ihres patentierten Typs FUTURA integriert. Auf diese Weise war es möglich erste Realfahrten mit dem System zu unternehmen und dessen tatsächliche Wirksamkeit erfolgreich zu belegen. Siehe hierzu auch das Image Video Ölskimmer

Abbildung 2: Schiffsbug der „RMS Kiel“ mit SOS-System vor dem Stapellauf im Oktober 2006 (Bild: Futura Ships)

 

Abbildung 3: Einsatz des Systems in der Nordsee auf einem Beaufort 6 (Bild: Futura Ships)

 

Anwendungsmöglichkeiten / Possible applications:

Das System könnte seinen Einsatz nicht nur bei der Bekämpfung von Ölunfällen finden, sondern bspw. auch beim erforderlichen und geplanten Rückbau von Förderplattformen. Generell können durch das SOS-System Umweltkatastrophen als Folge von Unfällen verhindern, oder zumindest dramatisch abgeschwächt werden.

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Show all techoffers Vorteile / Benefits:
  • Umweltfreundliche Betriebsweise
  • Einfache Instandhaltung und Reparatur
  • Das SOS-System kann als integraler Bestandteil des Schiffs ausgelegt werden und im Falle eines Ölunfalls direkt vor Ort fahren und mit der Reinigung beginnen
  • Einige wenige Teile des SOS-Systems die nicht direkt als integraler Teil des Schiffs ausgelegt sind können jederezit problemlos nachgerüstet werden.
  • Das Moonpool-Modul kann auch als normaler Ladetank genutzt werden
  • Keine Takelage von Skimmern oder anderen Ölaufnahmevorrichtung im Wasser
  • Das System kann vollständig vom Steuerhaus aus überwacht und betrieben werden
  • Skimming-Effizienz des SOS-Systems ist v.a. bei rauem Seegang unerreicht à die Skimming-Geschwindigkeit des Systems ist entweder mit oder entgegen dem Wellengang mehr als doppelt so hoch wie bei bekannten Systemen
Entwicklungsstand / Development status:

Prototyp

Reifegrad / Maturity level:

8

Schlagworte / Tags:
öl, schiff, seegang, skimming system, SOS
Schutzrechte / Property rights:

CA, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, HR, IE, IT, LV, NO, PL, PT, SE, TR, US, MX, EA - granted; TT, BR, AO, AE - pending

Patentinhaber / Patent holder:

Technische Universität Berlin

Möglichkeiten der Zusammenarbeit / Possible cooperation:
  • R&D Collaboration
  • Patent Purchase
  • Licensing



Ansprechpartnerin / Contact Person:
Ina Krüger
Lizenzmanagerin

Tel.: 030 314-75916
ina.krueger@tu-berlin.de
Zentrum für geistiges Eigentum